Neuregelungen bei der Entsorgung von Styropor als Sondermüll

Jahrelang konnten Styroporplatten, die beispielsweise als Dämmung verwendet wurden, über Baumischabfall bedenkenlos entsorgt werden. Das ist seit Oktober 2016 nicht mehr möglich. Basierend auf einer EU-Verordnung wurden Styropor und Styrodur als Sondermüll bewertet. Grund ist das enthaltene HBCD –Hexabromcyclododecan. Dieses Flammschutzmittel wurde Styroporplatten, die als Dämmung eingesetzt wurden, zugegeben, um zu verhindern, dass im Falle eines Brandes das Feuer schnell auf die Fassade übergreift.

Styropor und Styrodur sind Hartschaumplatten, die aus Erdöl hergestellt werden. Daher sind die Platten brennbar. Das machte die Zugabe von HBCD erforderlich.

Was ist HBCD?

Das Flammschutzmittel HBCD wird von der Europäischen Chemikalienagentur als besonders besorgniserregend eingestuft. Zwar stellt das Mittel in den Styroporplatten durch die Bindung kein Gesundheitsrisiko dar, wird es allerdings durch Abrissarbeiten oder auch durch einen Brand freigesetzt, geht davon eine erhebliche Gefährdung aus. Folgen sind beispielsweise negative Entwicklungen bei Neugeborenen und Embryonen. Die internationale Stockholm-Konvention hat HBCD bereits im Mai 2013 als POP, also als langlebigen organischen Schadstoff, bewertet. Alle als POP eingestuften Stoffe dürfen weltweit weder produziert noch genutzt werden. Bislang ist es jedoch auch in Deutschland noch nicht gänzlich verboten, das Flammschutzmittel in Dämmstoffen zu verwenden. Derzeit geht das Umweltbundesamt von folgendem aus:

  • Die Herstellung von HBCD-haltigen Dämmstoffen wird noch bis August 2017 erlaubt sein.
  • Der Verkauf dieser Dämmstoffe ist wahrscheinlich noch bis Februar 2018 gestattet.
  • HBCD-haltige Dämmstoffe müssen seit August 2015 eine entsprechende Zulassung besitzen!

Trotz der Einschränkungen fallen jedes Jahr erhebliche Mengen an Styropor-Abfall an, die nun als Sondermüll entsorgt werden müssen. Die HBCD-haltigen Platten dürfen in Deutschland ausschließlich von etwa 30 Anlagen verbrannt werden. Durch das Inkrafttreten der Neuregelung gibt es bundesweit Engpässe.

Entsorgung von HBCD

Für die Entsorgung von HBCD gelten in Deutschland strenge Vorschriften, die eingehalten werden müssen, da sonst hohe Strafen drohen. So muss die Entsorgung lückenlos dokumentiert werden. Laut der Neuregelung kann die Entsorgung nur noch über Sondermüllanlagen erfolgen. Diese Verbrennungsanlagen setzen spezielle Filter ein. Diese Filter können HBCD aus dem entstehenden Rauchgas entfernen, sodass dieser Stoff nicht an die Umwelt gelangt. Anlagen, die HBCD verbrennen dürfen, haben eine entsprechende Genehmigung erhalten.

Entsorgung über die KATI GmbH

Nach Umsetzung der neuen Einstufung als Sondermüll mussten wir zwischenzeitlich die Annahme von Styropor und Styrodur stoppen. Die Lage hat sich jedoch bereits wieder entspannt, sodass Sie Ihre Styroporabfälle wie gewohnt zu unserem Recyclinghof bringen können. Natürlich ist auch eine Entsorgung über einen unserer Container möglich.

Damit eine reibungslose Entsorgung möglich ist, gilt es auf folgendes zu achten:

  1. Trennen Sie Styropor und Styrodur voneinander.
  2. Melden Sie die zu entsorgende Menge im Voraus bei uns an.
  3. Erfragen Sie die individuellen Kosten für die Entsorgung.

Beachten Sie, dass eine Entsorgung  über den Baumischschutt aufgrund der Einstufung als Sondermüll nicht mehr möglich ist.

Fordern Sie Ihr individuelles Angebot an

Aufgrund der Neuregelungen und der teilweise immer noch vorhandenen Engpässe in den Verbrennungsanlagen können wir keine festen Preise für die Styropor-Entsorgung nennen. Allerdings steht fest, dass für die Entsorgung höhere Kosten anfallen als bisher. Gern stehen wir Ihnen bei Ihren Fragen Rede und Antwort und unterbreiten ein individuelles Angebot für die Entsorgung.

Verpackungsmaterial nicht betroffen

Von der Einstufung als Sondermüll sind Verpackungsmaterialien aus Styropor nicht betroffen, da hier kein HBCD verwendet wird. Sie können wie bisher über den Gelben Sack bzw. die Gelbe Tonne entsorgt werden.

 

KATI GmbH & Co KG